Glie­de­rung

 

 

Stil

 

Die Aus­füh­rung unse­res Beters erin­nert zwar in eini­gen Details – den strei­fen­ar­ti­gen Haa­ren, den wulst­ge­rahm­ten Augen und dem drei­ecki­gen Gesicht – an die Gestal­ten vom Eulen­turm. Doch ist seine Ober­flä­che, die ver­mut­lich durch spä­tere Ein­flüsse beein­träch­tigt wurde, schlech­ter erhal­ten, auch sein Kör­per erscheint unför­mi­ger als der der Gestal­ten am Nord­turm und gleicht einer in Stein gear­bei­te­ten pri­mi­ti­ven Zeich­nung. Im Gegen­satz dazu tre­ten bei den Figu­ren vom Eulen­turm nicht nur die ein­zel­nen Glied­ma­ßen durch die Klei­dung deut­li­cher her­vor, auch die Köpfe, die Gewän­der und die Bewe­gungs­mo­tive sind detail­rei­cher aus­ge­führt: Augen und Mün­der sind durch kräf­tige Umran­dun­gen kon­tu­riert, große Ohren ste­hen in Höhe der Augen vom Kopf ab, und der Bart wird – wie das Haupt­haar – durch par­al­lel lie­gende Strei­fen ange­deu­tet. Ein Gür­tel, des­sen beide Enden in der Mitte her­un­ter­hän­gen, hält das knie­lange Gewand der Dar­ge­stell­ten, die knö­chel­hohe Stie­fel tra­gen. Die Kör­per­kon­tu­ren und –hal­tun­gen sind deut­lich zu erken­nen: Die Gestal­ten knien oder hocken, tra­gen Las­ten über ihrem Kopf, stüt­zen die Arme auf die Knie und heben die Hand schüt­zend über die Augen.

 

Auch die Hal­tung der Beten­den am Tym­pa­non der alten Burg­ka­pelle in Büdin­gen61, die zu Sei­ten des Kreu­zes knien, wirkt trotz der über­läng­ten Arme authen­ti­scher: Mit gera­dem Rücken und leicht vor­ge­beugt rich­ten die Gestal­ten mit ange­win­kel­ten Armen und zum Gebet erho­be­nen Hän­den den Blick auf das Kreuz zwi­schen ihnen. Die Gesichts­züge, die etwas bes­ser erhal­ten sind als bei der Hirsauer Figur, wir­ken ähn­lich archa­isch.

 

Neuwiller les Saverne ba
Neuwiller-lès-Saverne, ehem. Klos­ter­kir­che St-Pierre-et-St-Paul: Tym­pa­non des nörd­li­chen Quer­hauspor­tals
(Bild: Auto­rin)

 

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